Wissen / Reportage

Welt der Tiere

Wie junge Kattas lernen

Wie lernen wir Menschen am besten? Meistens versuchen wir etwas immer wieder und üben so lange, bis wir es beherrschen. Ganz ähnlich ist es bei vielen Affenarten.

Wenn zum Beispiel die Jungtiere der Kattas alt genug sind, bekommen sie ihr Futter nicht mehr fressfertig gebracht. Die Eltern zeigen ihnen nur noch, wie sie
sich selbstständig ihre Nahrung besorgen können. Ausprobieren müssen es die jungen Affen selbst. Ein Katta-Junges im Berliner Tierpark hat erlebt, dass es
anstrengend und zugleich ziemlich aufregend sein kann, von der Mutter zu lernen. Kattas leben nur auf Madagaskar, einer Insel im Indischen Ozean vor der Küste Afrikas. Sie werden 3 bis 4 Kilogramm schwer und 40 bis 50 Zentimeter lang. Dazu kommt der bis zu 60 Zentimeter lange Schwanz.

Zu den Lieblingsspeisen von Kattas gehören nicht nur Knospen, sondern auch Blüten, Früchte, Blätter, Gräser und sogar Rinde. Wenn diese Affen sehr hungrig sind, fressen sie auch Insekten. Kattas sind sehr gesellig. Eine Familie
kann aus 50 Weibchen, Männchen und Jungen bestehen. Um den Nachwuchs kümmern sich natürlich Mutter und Vater, aber auch Tanten und Onkel. Übrigens wird jede Kattagruppe von einem Weibchen angeführt.

Der schwarz-weiß geringelte Schwanz ist für Kattas sehr wichtig. Sie nutzen ihn als Signalfahne, als Stütze beim Klettern und Springen und als Duftwedel. Über eine Drüse am Unterarm gelangt eine duftende Flüssigkeit auf den Schwanz. Jeder
Katta hat einen Geruch, der nur für ihn typisch ist. Wer mit dem duftenden
Schwanz wedelt, macht so deutlich: „Hallo, hier bin ich!"

Wenn sich Kattas wohlfühlen, schnurren sie wie Katzen. Warnen sie sich gegenseitig vor einer Gefahr, bellen sie wie Hunde. Fühlen sich junge Kattas
einsam, können sie wie Menschenkinder kreischen. Und wie hört sich der Gute-Nacht-Gruß vor dem Einschlafen an? Wie der Ruf eines Uhus. Kattas klettern und springen durch die Bäume der Bergwälder auf Madagaskar. Sie bewegen sich auch geschickt auf dem Boden und können sogar aufrecht stehen. Ihre Vorderpfoten dienen zum Greifen und Festhalten des Futters.

Fotos: Salvatore Bellinzona
Februar 2019